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Bad Homburg, 22.02.2017 10:59 Uhr

„Nun geh hin und lerne“: Jüdische Lutherlektüren vor der Shoah: Eine tragische Liebesgeschichte

1. März, Bad Homburg. In der Geschichte des modernen Antisemitismus im 19. und 20. Jahrhundert spielt die Rezeption der sog. „Budenschriften“ Luthers eine gewichtige Rolle, auch innerhalb der protestantischen Theologie und Kirche. Erstaunlich ist vor diesem Hintergrund, dass jüdische Gelehrte in dieser Zeit Luther als Verkörperung deutscher protestantischer Kultur z.T. ausgesprochen positiv - wenn auch nicht unkritisch - bewerteten. Der Vortrag konfrontiert die jüdische und die antisemitische Rezeption Luthers in Deutschland miteinander und deutet die jüdischen Lutherlektüren als beschwörenden, bisweilen verzweifelten Versuch, die nichtjüdische Gesellschaft davon zu überzeugen, den Reformator nicht als Ahnherrn der antisemitischen Verunglimpfung von Juden und Judentum, sondern als Vorläufer von Gewissensfreiheit, Toleranz und Aufklärung zu verstehen.
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