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Bad Homburg, 06.03.2017 13:40 Uhr

Dekanatssynode: Dekan Michael Tönges-Braungart wiedergewählt

„Die Welt ist aus den Fugen“ stellte Dekan Michael Tönges-Braungart auf der Synode der Evangelischen Kirche im Hochtaunus am vergangenen Freitag, den 10. März in der Evangelischen Christuskirche in Oberursel fest. Und die deutsche Gesellschaft scheine in vielen Bereichen Erschöpfungszustände aufzuweisen, von denen auch die Kirche nicht verschont bliebe, sagte Tönges-Braungart während seiner Wahlrede vor 61 Synodalen. Kirche müsse sich stetig des Evangeliums vergewissern – nur so sei sie in der Lage, der Gesellschaft etwas zu geben. „Für mich ist der Ort dieser Vergewisserung immer wieder gottesdienstliches Handeln in seinen unterschiedlichen Formen. So können wir Räume zum Aufatmen schaffen und auch Mut zum Lassen gewinnen.“ Als besonders herausragende Projekte während der vergangenen Amtsperiode nannte der Dekan die Traumkirche auf dem Hessentag in Oberursel 2011 und die Eröffnung von zwei Kapellen in den Hochtaunuskliniken. Als eine besonders belastende Situation, erwähnte er den langen Konflikt in der Kirchengemeinde Burgholzhausen.

„Ich weiß, dass nicht alles so gelungen ist, wie ich mir das gewünscht habe oder wie wir uns das gewünscht haben. Manche Erwartungen habe ich nicht erfüllen können, manche auch nicht erfüllen wollen. Und andere habe ich vielleicht auch gar nicht richtig wahrgenommen. Dankbar bin ich allen, die mir das im einen oder anderen Zusammenhang in Offenheit und Freundlichkeit gesagt haben. Auf solches Feedback bin ich angewiesen.“ In der Zukunft würden insbesondere die nächste Pfarrstellenbemessung, die Lektoren- und Prädikantenausbildung, ein kirchenmusikalisches Konzept, ein Modell für gemeinsame Kita-Trägerschaft sowie das Thema Interreligiosität auf der Agenda stehen. Mit der Bitte an die Landeskirche Entlastungsstrukturen für das Pfarramt und das Ehrenamt schaffen und dabei die mittlere Verwaltungsebene angesichts des großen Aufgabenzuwachses funktionsfähig zu erhalten, schloss Pfarrer Tönges-Braungart seine Bewerbungsrede. Im folgenden Wahlvorgang wurde er mit 46 Ja-Stimmen für die nächsten sechs Jahre wiedergewählt (10 Enthaltungen, 5 Nein-Stimmen).

Der Propst der Propstei Süd-Nassau, Oliver Albrecht, dankte Tönges-Braungart für die erneute Bereitschaft, das Dekane-Amt für eine weitere Amtsperiode zu übernehmen: „Das Amt des Dekans ist eines der belastendsten Funktionen in der gesamten Landeskirche“, betonte Albrecht.

Präses Peter Vollrath-Kühne sprach in seinem Bericht vor der Synode auch über die inhaltliche Ausrichtung der Arbeit im Dekanatssynodalvorstand (DSV): „ Die DSV-Sitzungen seit November waren geprägt von viel Detailarbeit und Routine. Dabei hat dieser DSV aber durchaus den Anspruch nicht nur zu verwalten, sondern – im Sinne des Artikels 17 der Kirchenordnung – auch zu gestalten“, betonte der Vorstandsvorsitzende. Deshalb sollen zukünftig bestimmte Aufgaben, wie zum Beispiel die kirchenmusikalischen Finanzzuschüsse, auf Ausschüsse verlagert werden. „Die gewonnene Zeit wollen wir für mehr Strategisches verwenden. So wollen wir unter anderem mit interessierten Kirchengemeinden das Pro und Contra einer Kita-Trägergesellschaft diskutieren und auch an den Möglichkeiten von Kita-Neugründungen wollen wir ergebnisoffen arbeiten“, sagte Vollrath-Kühne.

Außerdem beschäftigten sich die Synodalen noch mit der „Impulspost“, über die der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Landeskirche, Pfarrer Stephan Krebs, referierte. Seit 2011 wird die Impulspost – ein vierseitiger „Brief“ des Kirchenpräsidenten – jedem der fast eine Millionen evangelischen Haushalte im Kirchengebiet der Evangelischen Landesdeskirche per Post zugesandt. Sie ersetzt seitdem das eingestellte Mitgliedermagazin „Echt“. Die Impulspost ist Teil des 2010 von der Kirchensynode der Landeskirche beschlossenen Medien- und Kommunikationskonzepts. Sie erscheint zweimal pro Jahr und widmet sich jeweils einem religiösen Thema mit gesellschaftlichem Bezug. In optisch und inhaltlich ansprechender Form animiert sie zur thematischen Auseinandersetzung, Gottesdienstbesuch und Besinnung. Das Erscheinungsbild kommt bewusst „kirchenuntypisch“ daher und wird von Plakaten, Flyern, Bannern und anderen Medien zum jeweiligen Thema aufgegriffen. Mit diesen Werbematerialien können Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen den thematischen Impuls der jeweiligen Impulspost im öffentlichen Raum weiter verbreiten.

Im Gottesdienst dankte Dekan Tönges-Braungart für 10 Jahre im Prädikantendienst: Gabriele Schütrumpf, Michael Deutschmann und Torsten Keller. Für 30 Jahre Prädikantendienst: Prof. Dr. Eugen Ernst, Prof, Dr. Wolfgang Metzler und Prof. Gottfried Pohlmann. „In unserer Kirche wird das Amt der öffentlichen Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung nicht nur Theologinnen und Theologen übertragen, sondern auch Ehrenamtlichen, die dafür speziell ausgebildet sind – und die dieses Amt dann – beauftragt durch unsere Kirche – ausüben. Sie sind in besonderer Weise Gesichter unserer Kirche; Menschen, die auch öffentlich für evangelische Kirche, für das Evangelium und für den Glauben stehen“, sagte der Dekan während der Ehrung.
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